Lebensweise
Zur Lebenserwartung in freier Natur existieren keine genauen Erkenntnisse. Im Terrarium können weibliche Tiere jedoch ein beachtliches Alter von durchschnittlich 20 Jahren (einige Arten bis zu 25 Jahren) erreichen. Männchen haben im Gegensatz zu Weibchen, mit einem Alter (je nach Art) zwischen 4-13 Jahren eine nicht so lange Lebenserwartung.
Natürlich haben auch Vogelspinnen in freier Natur Fressfeinde. Zu ihren natürlichen Feinden gehören Reptilien, Amphibien, Raubvögel und sogar aggressive Ameisenvölker. Ein ganz spezieller Feind der Vogelspinne ist die Wegwespe (Gattung Pepsis). Diese Spezies mit einer Größe von ca. 6 bis 8cm sucht sich zur Eiablage ein geeignetes Wirtstier aus und betäubt es durch einen Stich. Nach Einsatz der Wirkung legt die Wegwespe der Spinne ihre Eier unter die Abdomenhaut und überlässt das Wirtstier seinem Schicksal. Nachdem die Spinne sich wieder erholt hat, lebt sie zeitweise ohne jegliche Beeinträchtigung weiter. Bis zu dem Zeitpunkt indem die Larven im Abdomen schlüpfen und beginnen ihr Wirtstier regelrecht von ihnen zu verspeisen. Die Vorgehensweise mag für viele Erschreckend wirken, jedoch gehört auch dies zum Lauf des Lebens in freier Natur.
Futter
In freier Natur halten sich Vogelspinnen überwiegend in ihrem Unterschlupf auf. Lediglich zum Beutefang, der Paarung und der Häutung verlassen sie ihren Unterschlupf. Vogelspinnen werden erst bei Dämmerungsbeginn aktiv und begeben sich auf Beutefang. Damit gehören sie zu den Nacht- bzw. Dämmerungsaktiven Tieren. Im Gegensatz zu anderen Spinnenarten erstellen Vogelspinnen keine Fangnetze, sondern sind Lauerjäger. Zu ihrer Beute zählen überwiegend Insekten wie Heimchen, Grillen, Heuschrecken. Sie machen aber auch vor Mäusen oder Eidechsen nicht halt. Größeren Arten wie z.B. Pamphobeteus-, Hysterocrates- oder Theraphosa können somit auch nestjunge Mäuse angeboten werden. Bei der Fütterung sollte auf die Größe der Futtertiere geachtet werden. Das Futtertier sollten nicht größer als die Vogelspinne sein, damit es ohne größere Schwierigkeiten überwältigt werden kann. Für junge Spinnen, sogenannten Spiderlingen, haben sich flugunfähige Fruchtfliegen (Drosophila melanoglaster) bewährt.
Als Faustregel gilt: | ||
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➪ | Adulten Tieren sollte 1x pro Woche 2-3 Futtertiere bzw. bei Fütterung mit Mäusen 1 Maus pro Monat angeboten werden. | |
➪ | Junge Spinnen bekommen alle 2 Tage einige Fruchtfliegen und bei entsprechender Größe 1-2 Microheimchen. |
Bei der Fütterung sollte unbedingt auf die Futtermenge geachtet werden da einige Arten alles fressen was vor ihrem Unterschlupf auftaucht. Überfütterung kann zu einem stark aufgeblähten Hinterleib führen, wodurch eine erhöhte Gefahr für die Vogelspinne entstehen kann. Durch den zu großen Hinterleib wird die Abdomenhaut bis zum Zerreißen gespannt, was bei einem Sturz verheerende Folgen nach sich ziehen kann.
Lebensräume
Vogelspinnen kommen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor (Tropischer Regenwald, Steppen- und Wüstengebiete). Man findet sie in den tropischen sowie subtropischen Klimazonen Asiens, Europas, Afrikas, Amerikas und Australiens. Hierbei haben sie sich den unterschiedlichen Lebensbedingungen angepasst. Wir unterscheiden dabei Baum- und Bodenbewohnende Vogelspinnenarten.
Soziales Verhalten
Vogelspinnen gelten als unsozial uns sind dafür bekannt das sich sogar Tiere derselben Art bei einem Aufeinandertreffen erbittert bekämpfen können. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen:
Untermieter
In freier Natur kommt es hin und wieder vor das Vogelspinnen sich ihren Unterschlupf mit Fröschen teilen und gemeinsam in einer Röhre leben.
Wohngemeinschaften
Einige Baumbewohnende Vogelspinnenarten lassen sich, in einem angemessen großem Terrarium, durchaus in größeren Gruppen gemeinsam halten. Bekannt hierfür sind z.B. Spinnen der Gattung Avicularia und Poecilotheria.
Bei den Bodenbewohnenden Vogelspinnen ist die Monocentropus balfouri für die Gruppenhaltung geeignet.