- Terrarientypen
- Technik im Terrarium
- Sonstige Ausstattung
- Pflanzenkunde
Terrarieneinrichtung
In diesem Bereich werde ich auf die Standardeinrichtung eines Terrarium eingehen.
Der Bereich, Pflanzenkunde, wird in einem extra Kapitel beschrieben und hier nur grob angeschnitten.
Da zur Dekoration des Terrariums eher selten auf original Materialien aus dem jeweiligem Herkunftsland zurückgegriffen werden kann, ist man als Terrarianer auf Angebote aus dem Zoofachhandel, Gartencentern oder Börsen angewiesen.
Dekorative Steine / Felsaufbauten
Für alle Terrarientypen bieten sich Steine jeglicher Art oder Geschmack an. Aus diesen lassen sich dekorative Felsimitationen erstellen oder sie können einfach nur zur Dekoration ins Terrarium eingebracht werden. Bei Bedarf können sie diese mit Hammer oder Meißel beliebig bearbeiten. Bei Aquaterrarien eignen sich z.B. sehr gut Kalkgestein da hierdurch das Wasser nicht verdreckt bzw. aufgehärtet wird.
Hölzer
Hölzer lassen sich im nächstgelegenden Wald finden oder können im Zoofachhandel erworben werden. Mit Bambus z.B. lässt sich ein natürlicher Lebensraum errichten. Er sieht aber nicht sonderlich reizvoll aus. Besonders interessante Formen lassen sich bei Hölzern wie Obst-, Rebstöcken oder Eichen und Borken finden.
Moorkienholz ist besonders dekorativ und eignet sich ebenfalls für Aquaterrarien da sie auch im Wasser nicht verfaulen.
Korkrinde lässt sich in jedem Zoofachhandel oder auf Messen erwerben und bietet viele Variationen. Sie ist besonders dekorativ und kann gut zum erschaffen eines natürlichen Lebensraumes verwendet werden.
Trockenpflanzen
Sollte in ihrem Terrarium nicht genügend Licht bzw. Klima und somit die Voraussetzung für lebende Pflanzen gegeben sein, können sie auf Trockenpflanzen zurückgreifen. Diese werden in allen Varianten im Handel angeboten. Hiermit lassen sich die unterschiedlichsten Lebensräume darstellen.
Bodensubstrat
Entscheidend für die Feuchtigkeit im Terrarium ist das entsprechende Bodensubstrat.
Zur Förderung der Feuchtigkeit kann auf unterschiedlichen Hilfsmitteln zurückgegriffen werden. Hier bietet sich z.B. Laub oder Moos an.
Die unterschiedlichsten Materialien bieten sich als Bodensubstrat an, wobei es einige Vor- und Nachteile gibt. Wichtig ist dabei immer das sie keinen Bodengrund verwenden, der mit Chemikalien behandelt wurde bzw. diese enthält. Somit sind Materialien wie Blumenerde, Kompost oder Späne nicht geeignet.
Vorteile | Nachteile | Eignung | |
---|---|---|---|
Terrarienerde | ✔ Feuchtigkeitsspeichernd | ✘ Wenig grabfähig | ➱ Geeignet für fast alle Terrarien, besonders für hohe Luftfeuchtigkeit |
✘ Kot schlecht erkennbar | |||
Sand | ✔ Feuchtigkeitsspeichernd | ✘ Klebt am Futtertier und wird mit aufgenommen | ➱ Weniger gut geeignet für Terrarientiere mit empfindlicher Haut und auf Grund möglicher Schleimhautreizungen für grabende Tiere |
✔ Kot gut erkennbar | ✘ Schleimhautreizung im Maul und Augen möglich | ||
Torf | ✔ Feuchtigkeitsspeichernd | ✘ Kot kaum erkennbar | ➱ Allein ungeeignet, in Kombination mit Rindenmulch gut |
✔ Grabfähig | ✘ Starke Staubentwicklung | ||
✘ Klebt am Futtertier | |||
✘ Häufige Befeuchtung nötig | |||
Rindenmulch | ✔ Grabfähig | ✘ Kot kaum erkennbar | ➱ Kann auch allein verwendet werden. Besser ist eine Kombination mit Torf oder Erde |
✔ Etwas Feuchtigkeitsspeichernd |
Wenn sie ihr Terrarium gestalten sind ihnen keine Grenzen gesetzt. Es empfiehlt sich jedoch zum Wohl des Tieres eine naturgetreue Einrichtung zu bevorzugen. Einige Regeln sollten jedoch beachtet werden:
➪ | Bei der Einrichtung sollte die Übersicht im Terrarium nie verloren gehen. Futterreste, Exkremente etc. sollten leicht aufzufinden und problemlos entfernt werden können. Ein Überfülltes Terrarium engt dazu den Freiraum ihres Tieres ein. | |
➪ | Bei revierbildenden Terrarientieren sollten sie das Terrarium so strukturieren, dass den Tieren Sichtschutz geboten und markante Gegenstände wie z.B. Steine, Hölzer oder Pflanzen zur Revierbildung eingebracht werden. | |
➪ | Ein Versteckplatz (z.B. eine Höhle) sollte nie ohne Fluchtmöglichkeit eingerichtet werden damit einem unterlegenden Tier, vor der Flucht seines Widersachers, immer ein entkommen ermöglicht wird. | |
➪ | Wenn sie in ihrem Terrarium Steinaufbauten wie Sonneninseln, Höhlen oder Kulissen einbringen, vergewissern sie sich das diese vor ein- bzw. umfallen gesichert sind. Hierzu bietet sich z.B. Silikon an. Umfallende Aufbauten können nicht nur ihrem Pflegling Schaden zufügen, sondern auch Einrichtungen oder Terrarienscheiben beschädigen. | |
➪ | Kontroll- und Regelgeräte sollten sie immer gut lesbar anbringen. Alle technischen Einrichtungen müssen gut erreichbar sein, aber trotzdem so angebracht werden, daß sie ihrem Pflegling keinen Schaden zufügen können. | |
➪ | Einrichtungsgegenstände welche gekreuzt oder übereinander gelegt werden, wie z.B. geschichtete Steine, sich kreuzende Äste etc. können ihren Pflegling nicht nur verletzen, sondern in unglücklichen Fällen auch zum Verlust von Gliedmaßen, oder Krallen führen. Gesplitterte Äste oder scharfkantige Steine sollten vor dem einbringen sauber abgeschliffen werden um eine Verletzungsgefahr auszuschließen. |
Boden bepflanzen
Selbstverständlich können sie den Terrarienboden auch bepflanzen. Hier bieten sich die unterschiedlichsten Varianten an. Eine Möglichkeit ist das Einbringen einer 3 bis 5cm hohen Kiesdrainage mit einer Körnergröße von 0,5 bis ca. 3mm. Diese sollten sie anschließend mit einem Drahtgeflecht abdecken, um ein durcheinanderwühlen durch grabende Tiere zu verhindern. Auf dieser Drainage setzen sie die gewünschten Pflanzen auf und füllen entsprechendes Bodensubstrat ein. Hier empfiehlt sich Laub- oder Nadelerde. Durch diese kann das Wasser ablaufen und sammelt sich in der Kiesschicht. Ein schwerer Lehm- oder Humusboden würde zu leicht versumpfen und bei Trockenheit schnell hart und rissig werden.
Epiphyten (Aufsitzer) pflanzen
Eine sehr schöne und naturgetreue Einrichtungsvariante ist das pflanzen von Epiphyten oder sogenannten Aufsitzern. Epiphyten lassen sich folgendermaßen in Astlöchern, Astgabeln und toten Hölzern pflanzen:
➪ | Zuerst wählen sie einen feuchtigkeitsbeständigen Ast (z.B. von Obst-, Robinien- oder Fliederbäumen). | |
➪ | Anschließend wählen sie einen geeigneten Platz für die zu verwendende Pflanze. Hier eignen sich Astgabeln oder bei entsprechend kleinen Aufsitzern eventuell vorhandene Astlöcher. Bei Bedarf können sie den Ast auch mit einer entsprechenden Bohrung versehen. | |
➪ | Überschüssige lockere Erde sollten sie vom Topfballen entfernen und die Wurzeln in wasserdurchlässiges Pflanzensubstrat (z.B. Moos, Kokosfasern, Farnwurzeln) einpacken. Jetzt binden sie die Aufsitzer mit einem Draht oder einer Angelsehne fest. | |
➪ | Das Pflanzensubstrat muss regelmäßig feucht gehalten werden, da durchlässiges Substrat Wasser nur schwer wieder aufnimmt wenn es erst einmal ausgetrocknet ist. Weiterhin ist zu beachten dass das Gießwasser gut ablaufen können muss, da Epiphyten keine Staunässe vertragen. Hierzu können Mulden bzw. Astlöcher mit einer Abtropf-Bohrung versehen werden. |
Pflanzwände einbringen
Eine andere Art der Terrarienbepflanzung ist das einbringen einer Pflanzwand. Hierzu können sie auf einen Rahmen ein Drahtgeflecht mit einer Maschenweite von 5 bis 15mm montieren und diesen anschließend mit Silikon an den Seiten- und Rückwänden verkleben. Pflanzen bringen sie mittels Drahtbefestigung an, Stecklinge können sie direkt in die Maschen einstecken. Die Zwischenräume füllen sie mit einem Erde- oder Torf- Moosgemisch auf.
Beim einbringen der Pflanzen sollten sie immer auf die Anordnung achten, damit alle Pflanzen ausreichend mit Licht versorgt werden.
Ein besonders empfehlenswertes Substrat für einen "echten" Pflanzenwachstum im Terrarium ist das aus Baumfarnen bestehende Xaxim. Xaxim ist in der Anschaffung zwar teurer als alle anderen Substrate, besitzt allerdings die Eigenschaft, bei regelmäßiger Befeuchtung von alleine mit Moos und Farnen zu bewachsen. Hierzu brauchen sie die trockenen Xaximplatten nur mittels Silikon an die Terrarienwänden zu verkleben und regelmäßig zu befeuchten.